Umweltsiegel für die Brunnsteinhütte

 

Seit 1996 verleiht der Deutsche Alpenverein ein Umweltsiegel für Hütten, die besonderes umweltverträglich bewirtschaftet werden.
In den Kriterien für diese Auszeichnung geht es weniger um einzelne Maßnahmen als um ein umweltbewußtes Gesamtkonzept.
Dabei spielt die Art der Energieversorgung, die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung und die Abfallentsorgung eine wichtige Rolle.
Ein sauberer Hüttenbereich, Vermeidung von Lärm und Luftverschmutzung sowie die Aufklärung der Hüttenbesucher in Sachen Umweltschutz sind weitere Kriterien.
Wie hoch die Meßlatte liegt kann man daran erkennen, dass von den 300 DAV-Hütten nur 11 - darunter die Brunnsteinhütte -, diese Auszeichnung bisher erhalten haben.  (Stand 2002)

Umweltsiegel DAV Hütten

 

 

Umweltmaßnahmen Brunnsteinhütte

 

Die Brunnsteinhütte ist und war immer wieder Ziel für innovative Pilotprojekte im Bereich Umwelttechnik, Kommunikationstechnik, Energieversorgung und Entsorgung.

1989 wurde durch den Hauptverein in Zusammenarbeit mit den Frauenhoferinstituten für Solare Energeitechnik (ISE) in Freiburg ein Projekt zur Energieversorgung der Hütte begonnen. Bezuschusst durch EU, Bayerische Staatsregierung und Hauptverein kann durch die erfolgten Maßnahmen heute ca. 95% des Energiebedarfes der Hütte aus diesem Projekt gedeckt werden.

1990 wurde mit dem Betrieb der Materialseilbahn mit einem Pflanzenölmotor als weiteres Pilotprojekt gestartet. Der Jahresverbrauch von ca. 200 Litern kann mit reinem Pflanzenöl (Rapsöl) gedeckt werden.
Zusätzlich wurde eine Lichtmaschine zur Ergänzung des Energiebedarfs der Hütte mit der Solaranlage gekoppelt.

1996 wurde mittels Pilotprojekt durch den Hauptverein einer neue Telefonanlage über Mobilfunknetz incl. Faxgerät eingeführt. Mittlerweile kommen ca. 98% der Reservierungen über Fax, was seit Einführung zu einer 100% Bindung der angemeldeten Übernachtunggäste an die Fax-Buchung zur Folge hatte.

Im Mai 2000 wurde das bisher größte Umwelt- und Pilotprojekt fertigge- stellt - eine Kläranlage, Trockentoilettenanlage mit Grauwasserreinigung.
Arbeitsweise: Von den Sitztoiletten fallen die Feststoffe in einen Kompostbehölter. Der dabei anfallende Urin durchsickert die Feststoffe und wird in einen Grauwasserbehälter zur weiteren Reinigung über Festbettreaktoren abgepumpt. Die Feststoffe werden täglich manuell belüftet und mit Strukturmaterial bestreut. Nach ca. 3 Wochen werden die Feststoffe in den vorderen Teil des Behälters geschoben, nach weiteren 3 Wochen in einen Nachrottebehälter. Hier bleiben sie ca. 6 Monate. Nach dem Durchfrieren im Winter hat sich die Gesamtmenge einer Saison von ca. 1,85 m² auf 0,6 m² reduziert.
Dieser Rest muss in seperaten Behältern im Tal entsorgt werden, obwohl es sich bei den Reststoffen eigentlich um hochwertigen Dünger handelt. Eine Ausbringung im Hüttenbereich würde die angesiedelte Flora und Fauna im Naturschutzgebiet nachhaltig verändern, und ist deshalb nicht möglich.
Vor dem deutschen Gesetz ist der, auf der Hütte erzeugte Wertstoff, leider immer noch Klärschlamm, obwohl er sogar essbar wäre.
Die Anlage auf der Brunnsteinhütte ist im Augenblick die einzige voll funktionsfähige ihrer Art im Alpenraum und ist mittlerweile Anschauungsobjekt für Wissenschaftler und Techniker.

Projekte, wie sie auf der Brunnsteinhütte in den vergangenen Jahren realisiert wurden, sind mit riesigem Kostenaufwand verbunden. Hier ist man auf Zuschüsse von Hauptverein, EU und bayerischer Staatsregierung angewiesen. Auch für die örtliche Sektion und den Hüttenwirt stellt die Verwirklichung solcher Projekte eine erhebliche Belastung dar.

 

 

Umweltmaßnahmen auf der Mittenwalder Hütte

 

Im Jahr 2000 wurde die Abwasserleitung der Hütte an das Kanalnetz des Marktes Mittenwald angeschlossen.

 

 

Umweltgerechte Durchführung des “Dammkarwurms”

Der “Dammkarwurm” wurde auch 2004 unter Berücksichtigung aller Umweltauflagen durchgeführt.
“Vorbereitung und Durchführung seitens der DAV-Sektion Mittenwald und aller anderen Beteiligten sei ein Musterbeispiel für die naturverträgliche Austragung von Skialpinimus-Wettkämpfen”, so die Verantwortlichen des DAV.
Diese Einschätzung wird vom Leiter des Forstamtes Mittenwald, der am Veranstaltungstag anwesend war, geteilt.